Sowohl Amiga 1000 als auch 2000 waren aufgrund ihrer hohen Preise einer bestimmten Käuferschicht vorbehalten. Als der Amiga 500 1987 herauskam, machte er zum ersten mal die Amiga-Technologie für jeden erschwinglich. Prinzipiell war er ein Amiga 1000 im klassischen Heimcomputerlook - Tastatur und Rechner waren eins - und er sollte so die Nachfolge des legendären Commodore 64 antreten.

Die Technik basierte wieder auf der mit 7,14 Mhz getakteten MC68000 CPU, die von den drei Custom-Chips unterstützt wird. Standardmäßig waren 512 KByte RAM eingebaut. Das Diskettenlaufwerk befindet sich an der rechten Seite. Die Tastatur entsprach jetzt dem bekannten Amiga-Standard. Erweitert werden kann der Speicher über die sog. Trapdoor-Erweiterung an der Unterseite. An der linken Seite findet sich der Erweiterungsstecker des Amiga 1000 - allerdings um 180 Grad gedreht. Dieser Anschluss war bei vielen dieser Karten durchgeschleift, so dass man mehrere Erweiterungen anbauen konnte. Erhältlich waren Action-Replay-Module, Speichererweiterungen, Festplatten, Turbokarten und andere exotische Karten. Sogar ein CD-ROM-Laufwerk gab es, nämlich das A570.

Der Amiga 500

Wer den Rechner schonmal geöffnet hatte und sich wegen der Aufschrift "B52/ROCK LOBSTER" gewundert hat: Dies war der Entwicklungs-Codename des Amiga 500. Er ist eine Anspielung auf den Song "Rock Lobster" der auf dem Debutalbum "The B52īs" der gleichnamigen Musikgruppe erschienen ist.

Revisionen der Hardware

Während seiner sechsjährigen Produktionszeit hat der A500 viele, nicht auf den ersten Blick sichtbare Veränderungen durchlebt. Hier die wichtigsten Revisionen und Unterschiede:

Revision Agnus Speicher Chip-RAM Limit Chipsatz Besonderes
3 und älter 8370/8371 512 KByte 512 KByte OCS Einige der ganz frühen US-Versionen des Rechners hatten noch das Häkchen-Amiga-Logo des A 1000 und der große Schriftzug "AMIGA" auf dem Gehäuse war in Schwarz.
5 8370/8371 512 KByte 512 KByte OCS Kam 1987 auf den Markt und wurde mit Kickstart 1.2 ausgeliefert.
6 und 7 8372A 512 KByte 1 MByte OCS Wurde mit Kickstart 1.3 ausgeliefert
8 8375 1 MByte 2 MByte ECS Bekannt als Amiga 500 Plus. Wurde mit Kickstart 2.0 ausgeliefert
8a 8375 512 KByte 2 MByte OCS Basiert auf dem Amiga 500 Plus, und wurde eigentlicht nur zusammengeschnitten. Konnte auf den Stand des A500 Plus gebracht werden

Amiga 500 plus

Amiga 500 plus Typenschild Dieses Modell erschien 1991 mit der Kickstart-Version 2.0. Er verwendete den erweiterten Chipsatz (ECS). Der Amiga 500 Plus ist aus heutiger Sicht der beste 500er. Bei seinem Erscheinen ging zuerst ein Aufschrei des Entsetzens durch die Reihen der Anwender, weil plötzlich viele alte Programme nicht mehr liefen.

Wie sich letztlich herausstellte, lag das aber weniger an Commodore oder Kickstart 2.0 als an unsauber programmierter Software (direkte Hardwarezugriffe sind nunmal bei einem Multitaskingsystem tödlich). Später erschienen mit dem Amiga 600 auch noch Revisionen des 500 Plus mit dem BigFatAgnus (8372B), die sogar 2MB ChipRAM adressieren konnten

Sondermodelle

Es gab auch zwei limitierte Sondermodelle, die "Designer"-A500erter, bei denen das Gehäuseplastik grafisch aufgewertet wurde, einmal mit einem "Tiger"-Motiv und einmal mit einem "Boing-Ball"-Motiv. Technisch gab es keine Veränderungen.

Zum Schluss sollte man erwähnen, dass der Amiga 500 dem Amiga generell erst zum Durchbruch verholfen hat, er verkaufte sich mehr als 5 Millionen mal. Im Gegensatz zum Amiga 2000, der oft in der Videopostproduktion und beim Fernsehen eingesetzt wurde, wurde der Amiga 500 mit der Zeit zum definitiven Heimcomputer, einem würdigen Nachfolger des Commodore 64. Trotzdem wurde die Produktion des Amiga 500 früher eingestellt als die des 64ers.

Datenblatt Amiga 500 Amiga 500 plus
Erscheinungsjahr: März 1987 1991
Ca. Neupreis: 1098,- DM
Prozessor: Motorola MC68000
Taktfrequenz: 7.09 Mhz (PAL)
7.14 Mhz (NTSC)
Arbeitsspeicher: 512 KByte Chip-RAM serienmäßig 1 MByte Chip-RAM serienmäßig
ROM: 256 KByte Kickstart-ROM 512 KByte Kickstart ROM
Betriebssystem: Kickstart 1.2 Kickstart 2.0
Chipsatz: OCS ECS
Grafikchip: MOS 8362 "Denise" MOS 8373 "ECS Denise"
Soundchip: MOS 8264 "Paula"
Ein-Ausgabechip: MOS 5719 "Gary"
Weitere Chips: MOS 8370/8371 "Agnus" MOS 8375 "ECS Agnus"
Tastatur: Amiga-Standardtastatur mit abgesetztem Ziffernblock, eingebaut
Gehäuseform: Tastaturcomputer
Laufwerke: 3,5" Diskettenlaufwerk, doppelseitig , doppelte Dichte , 880 KByte
Anzeige: BAS-Monitor
RGB-Monitor
Fernseher (Über TV-Modulator)
Erweiterungsmöglichkeiten: Über die Trapdoor-Erweiterung an der Unterseite
Über den Prozessorslot an der Rechten Seite
Ein-Ausgabe: 1x Expansions-Port
2x Cinch für Stereo-Audio
2x Joystick-Port
1x RGB Monitoranschluß
1x BAS-Monitoranschluß (Composite nur in S/W)
1x Serieller Port
1x Paralleler Port
1x Diskettenlaufwerk