A2088, A2286 und A2386 Brückenkarten

Durch die Brückenkarten, auch "Bridgeboards" genannt, erweitert sich der Amiga um einen vollständig kompatiblen IBM PC/XT oder AT, der Dank des Amiga Multitasking-Betriebssystems neben dem Amiga eigenständige Aufgaben wahrnehmen kann. Durch diese Hybridlösung wird es möglich, dass zwei Computer in einem Gehäuse völlig parallel arbeiten, und sich alle Peripheriegeräte, wie zum Beispiel Tastatur, Bildschirm, Festplatte, Drucker usw., teilen können. Damit sind, trotz zweier völlig unterschiedlicher Systeme, diese relativ teuren Peripheriegeräte nur einmal notwendig.

Der Amiga 2000 und aufwärts besitzen einige Steckplätze. Zwei oder mehr davon liegen in einer Linie mit den PC-Kompatiblen Steckplätzen. Die PC-Steckplätze sind nirgendwo angeschlossen. Sie werden erst dann aktiviert, wenn man eine "Brücke" zu ihnen herüberführt. Und diese Brücke zwischen den Welten wird mit den PC-Karten geschlagen. Damit wird die Amiga-Welt mit der MS-DOS Welt verbunden. Um den Datenaustausch mit dem Amiga zu ermöglichen, wird auf der Amiga-Seite die "Janus"-Software gestartet (Janus war ein römischer Schutzgott des Ein- und Ausgangs mit zwei entgegengesetzt blickenden Gesichtern). Wenn man das mit den Aufgaben der Software vergleicht, scheint der Name durchaus angebracht zu sein.

Die Janus-Software

Die Software ermöglicht es nun, die Bildschirmausgaben des PCs auf dem Amiga-Bildschirm darzustellen. Es gibt zwei Anzeigemodi zur Auswahl: MDA (Monochrome Graphics Adapter) und CGA (Color Graphics Adapter), beides sind Standard PC Grafikkarten. Die MDA-Ausgabe erfolgt über das Programm PC-MONO und landet normalerweise direkt in einem Fenster auf der Workbench, kann aber auch auf einem eigenen Bildschirm angezeigt werden. Das Programm PC-COLOR übernimmt die CGA-Ausgabe und eröffnet einen eigenen Schirm. Bei beiden Programmen kann man die Farben der Darstellung an seinen eigenen Geschmack anpassen, auch kann man die Farbzahl reduzieren, da die vollen 16 Farben bei CGA häufig etwas langsam dargestellt werden.

Zum Datenaustausch verfügen die Brückenkarten über 128 KByte RAM, das sowohl vom PC als auch vom Amiga aus angesprochen werden kann (sogenanntes "Dual Ported RAM"). Über diesen Speicher werden auch die Tastendrücke an den PC weitergegeben, die Amiga-Maus kann mittels eines Spezialtreibers ebenfalls verwendet werden. Dazu gibt es einige andere Dienstprogramme, die beispielsweise die Zeit der akkugepufferten Echtzeituhr des Amigas dem PC zur Verfügung stellen oder dem PC den Zugriff auf den Parallelport des Amigas ermöglichen.

Auch ist es möglich eine oder mehrere Partitionen einer PC-Festplatte dem Amiga zur Verfügung zu stellen. Diese Partitionen sind jedoch nicht bootfähig. Umgekehrt kann man eine Datei auf einem Amiga-Laufwerk als Festplatte für den PC nutzen (ein sogenanntes Hardfile), die im Gegensatz zu ersterer Lösung bootfähig sein kann. Die Performance beider Lösungen ist weit von einer "echten" Festplatte entfernt, dennoch sind beide praktischer als ewiges Diskettenwechseln.

Hardware-Erweiterungen

Es besteht auch die Möglichkeit, mit den übrigen PC-Kompatiblen Steckplätze die gängigen PC-Steckkarten (8-Bit) zu verwenden, um so beispielsweise einen Festplattencontroller oder eine bessere Grafikkarte (deren Anzeige dann allerdings einen eigenen Monitor benötigt) einzusetzen. Die Zahl der freien Steckplätze hängt von der Position der Brückenkarte und vom Amiga-Modell ab. Im Amiga 2000 hat man maximal zwei 8-Bit und einen 16 Bit ISA Steckplatz zur Verfügung.

Das mitgelieferte 5,25" 360 KByte Diskettenlaufwerk wird in den entsprechenden Slot im Amiga eingebaut und ist nur von der PC-Seite aus ansprechbar. Die Karte lässt sich einfach durch Anstecken eines externen Amiga-Laufwerks um ein 3,5" 720 KByte Diskettenlaufwerk erweitern, das wiederum nur PC-seitig nutzbar ist.

Der AT: A2286

Bei dieser Karte handelt es sich um die AT-Ausführung der A2088. Das Prinzip ist identisch. Die Technik besteht aus einem 80286 Prozessor mit 1 MByte RAM und einem HD 5,25" Diskettenlaufwerk. Ein Mathematischer Koprozessor vom Typ 80287 kann nachgerüstet werden. Die Steckkarte ist 1 1/2 Steckplätze groß, das heißt, auf dem hinteren Teil befindet sich noch eine Huckepackplatine, wodurch man je nach Montierung entweder einen Zorro- oder einen ISA-Steckplatz verliert. Im Gegensatz zur A2088 hat diese Karte ein Setup-Programm im BIOS-ROM untergebracht. Hier kann man die Festplattenparameter, die Systemzeit, den Typ der Diskettenlaufwerke und vieles mehr einstellen, ein typisches BIOS-Setup eben. Im Gegensatz zur A2088 und zum Sidecar gibt es bei der A2286 eine akkugepufferte Echtzeituhr. Nachteilig ist, dass der Anschluss für ein externes Amiga-Diskettenlaufwerk nicht vorhanden ist, dafür lassen sich alle gängigen PC-Laufwerstypen anschließen.

Die Software ist identisch zur A2088.

Der 386er: A2386

Diese Brückenkarte besitzt den Intel 80386 Prozessor. Alle 16-Bit ISA-Steckkarten können mit dieser Karte eingesetzt werden. Die Standard-Bestückung ist 1 MByte RAM. Die restlichen Daten ähneln der A2286.

Zeitungsartikel
Datenblatt A2088 XT A2286 AT A2386 SX
Erscheinungsjahr : 1987 1989 1991
CPU : Intel 8088 mit 4,77 Mhz 80286 mit 8 Mhz 80386 mit 16 / 20 / 25 MHz
FPU : Intel 8087 mit 5 Mhz kann nachgerüstet werden 80287 mit 8 Mhz kann nachgerüstet werden Intel 80387 (optional)
Grafik : maximal CGA
16 Farben Farbpalette
640 x 200 in 2 Farben
320 x 200 in 4 Farben
80 x 25 und 40x25 Zeichen Textmodus
maximal CGA
16 Farben Farbpalette
640 x 200 in 2 Farben
320 x 200 in 4 Farben
80 x 25 und 40x25 Zeichen Textmodus
maximal CGA
16 Farben Farbpalette
640 x 200 in 2 Farben
320 x 200 in 4 Farben
80 x 25 und 40x25 Zeichen Textmodus
Sound : PC-Speaker PC-Speaker PC-Speaker
CA Neupreis : 2000 DM 4000 DM 4000 DM
RAM : 512 KB, mittels PC Steckkarte nuf 128 KByte erweiterbar 1 MByte (nicht auf der Platine erweiterbar aber über Steckkarten) 1 MByte (nicht auf der Platine erweiterbar aber über Steckkarten)
ROM : 8 KByte BIOS 8 KByte BIOS 64 KByte BIOS
Tastatur : Benutzt Amiga-Tastatur Benutzt Amiga-Tastatur Benutzt Amiga-Tastatur
Massenspeicher : 5,25" Diskettenlaufwerk mit 360 KByte Kapazität serienmäßig 5,25" Diskettenlaufwerk mit 1,2 MByte Kapazität serienmäßig 5,25" Diskettenlaufwerk mit 1,2 MByte Kapazität serienmäßig
Erweiterungen : Standard PC-XT Erweiterungen intern über PC-Steckplätze des Amiga Standard PC-XT Erweiterungen intern über PC-Steckplätze des Amiga Standard PC-XT und AT Erweiterungen intern über PC-Steckplätze des Amiga
Input/Output : Externe Floppy