Amiga 1200

Beim Amiga 1200, der Ende 1992 auf den Markt kam, handelt es sich, wie beim Commodore 64 und beim Amiga 500 um einen Tastaturcomputer. An Software wurde AmigaOS 3.0 mitgeliefert. Er war einer der wenigen Computer, bei denen Commodore "alles richtig gemacht hatte". Auf der Basis dieses Rechners entstand später die Spielkonsole CD³².

Der Amiga 1200 Die Gehäuseform ähnelt dem Amiga 600, wurde jedoch um ca. ein Drittel verbreitert, um Platz für die Standard-Amiga Tastatur und eine größere Platine zu machen. Wie im Amiga 4000 arbeitet im 1200er der AGA-Chipsatz. Als CPU verrichtet eine Sparversion des MC68020 mit 14 MHz ihren Dienst, der Speicherausbau beträgt 2 MByte Chip-RAM. Die Hauptplatine wurde wie jetzt üblich in SMD-Technik hergestellt.

Der Hauptunterschied zwischen dem 1200er und dem 4000er ist zum einen natürlich das Gehäuse und zum anderen die Erweiterbarkeit. Beim 1200er gibt es statt der 4 Zorro-Slots, dem Video-Slot und dem 200poligen A3000/4000 Prozessorslot lediglich einen internen 150poligen Prozessorslot für Turbokarten und andere hardwarenahe Erweiterungen. Dafür besitzt er ebenfalls den schon vom Amiga 600 bekannten PCMCIA-Slot. Dazu kommt, ebenfalls vom 600er geerbt, noch ein interner 44poliger Anschluss für 2,5" IDE-Festplatten. Mit ein wenig Bastelei kann man aber auch 3,5" Festplatten einbauen, dazu muss aber die Abschirmung entfernt und das Gehäuse leicht modifiziert werden.

Die Tastatur ist wie beim A600 über ein grünes Plastikflachbandkabel mit der Hauptplatine verbunden, welches nicht sonderlich flexibel und recht empfindlich ist, dies ist gerade für Bastler ärgerlich. Eine Besonderheit ist der sogenannte Uhrenport auf der Hauptplatine. Ursprünglich für eine Echtzeituhr vorgesehen (daher der Name), kann hier auch allerhand Spezialhardware angeschlossen werden, wie zum Beispiel ein Catweasel Floppycontroller oder eine schnelle Serielle Schnittstelle.

Bei sehr vielen Hardware-Erweiterungen ist das Standardnetzteil allerdings deutlich überfordert (spätestens wenn die Power-LED bei Plattenzugriffen flackert wird´s kritisch), ein stärkeres Ersatznetzteil ist dann dringend erforderlich um Stabilitätsprobleme zu vermeiden.

Um die Erweiterungsproblematik und das Netzteilproblem zu umgehen, gab es, wie schon beim 500er, zahlreiche Towerumbausätze, die meist auch mit mehreren Zorro-II Steckplätzen bestückt waren. So kam man relativ günstig zu fast denselben Aufrüstmöglichkeiten eines vollwertigen 4000ers. Sollte man aber lediglich mehr CPU-Power oder ein CD-Laufwerk benötigen, kommt man auch mit den normalen Ausbaumöglichkeiten aus.

Die ESCOM-Neuauflage

Nach der Commodore-Pleite 1994 und der Übernahme durch Escom ein Jahr später wurde der Amiga 1200 wieder gefertigt. Auf den ersten Blick hat sich nichts geändert, die Hardware war praktisch identisch. Dennoch gab es Probleme mit dem Diskettenlaufwerk, da die alten Laufwerke nicht mehr verfügbar waren und stattdessen leicht modifizierte PC-HD Laufwerke eingesetzt wurden. Leider griffen einige Programme direkt auf die Hardware zu und bekamen nicht die erwartete Reaktion was zu Abstürzen führte. Nachdem dies bekannt wurde gab es einen kostenlosen Schaltkreis von Amiga Tech. der dieses Problem behob.

Davon abgesehen wurde noch das Typenschild verändert und das Gehäuse verwendete teilweise eine andere Plastiksorte.

Screenshots
Kickstart 3.0 EinschaltbildschirmWorkbench 3.0Personal Paint IVPinball IllusionsBansheeSimon The SorcererWorms Directors CutDemo 'Rain'
Betriebssystem
Zeitungsartikel
Datenblatt Amiga 1200
Erscheinungsjahr: Dezember 1992
Ca. Neupreis: 648,- DM
Prozessor: Motorola MC68EC020
Taktfrequenz: 14,28 Mhz
Arbeitsspeicher: 2 MByte Chip-RAM serienmäßig
ROM: 512 KByte Kickstart-ROM
Betriebssystem: Kickstart 3.0
Chipsatz: AGA
Grafikchip: MOS 8364 "Lisa"
Soundchip: MOS 8264 "Paula"
Ein-Ausgabechip: "Gayle"
Weitere Chips: MOS 8374 "Alice"
Tastatur: Amiga-Standardtastatur mit Ziffernblock, eingebaut
Gehäuseform: Tastaturcomputer
Laufwerke: 3,5" Diskettenlaufwerk, doppelseitig , doppelte Dichte , 880 KByte
Anzeige: Composite-Monitor
RGB-Monitor
Fernseher
Erweiterungsmöglichkeiten: Über die Trapdoor-Erweiterung an der Unterseite
Über den PCMCIA-Slot an der linken Seite
Ein-Ausgabe: 1x Expansions-Port
2x Cinch für Stereo-Audio
2x Joystick-Port
1x RGB Monitoranschluß
1x Composite-Monitoranschluß
1x Serieller Port
1x Paralleler Port
1x Diskettenlaufwerk