Von Commodore gab es lediglich zwei Festplatten mit IEEE-488 Interface.
Die 9060 war eine IEEE-488 Festplatte mit 5 MB Plattenplatz und Commodore DOS 3.0, dasselbe DOS, das auch in der 8280 eingesetzt wurde. Da bei solchen Kapazitäten eine BAM (Block Allocation Map, quasi die FAT der alten Laufwerke) sehr viel RAM-Speicher benötigen würde, entschloss man sich, einen anderen Mechanismus zu entwerfen. Die Kommandos sind jedoch die gleichen wie bei den Floppys. Die 9090 ist identisch zur 9060, lediglich besitzt sie 7,5 MB Plattenspeicher. Diese Kapazität zu formatieren brauchte übrigens geschlagene zwei Stunden Zeit!
Wie in den Diskettenlaufwerken kommen zwei 6502 zum Einsatz, einer für den Bus, einer zum Ansteuern des Laufwerks. Zwischen Laufwerk und Hauptplatine befindet sich noch ein mittels mehrerer Flachbandkabel angeschlossenes SASI-ST506-Board. Der einzige technische Unterschied zwischen 9060 und 9090 ist ein Jumper und die Laufwerkmechanik. Die 9060 verwendet ein Tandon TM602S Laufwerk (mit zwei Plattern) während die 9090 ein TM603S (mit drei Plattern) benutzt. Andere Festplattenmodelle lassen sich verwenden, sofern sämtliche Parameter gleich sind. Dazu zählen Sektoren, Zylinder, Zahl der Köpfe, aber auch so aus heutiger Sicht exotische Sachen wie die Schreibvorkompensation (Write Precompensation). Nicht vergessen, bei diesen alten Platten ist die ganze Intelligenz auf dem per Flachbandkabel verbundenen Controllerboard, nicht auf der Festplattenplatine!
Trotz ihrer relativen Seltenheit gab es besonders in Deutschland noch viele Händler, die Reparatur und Erweiterung dieser Geräte übernahmen. 9060er konnten quasi überall mit Kapazitäten zwischen 2x5MB und 2x16MB gekauft werden (sogar Schnellformatieren dauerte fünf Stunden auf so einem Ding!). Die Preise lagen bei etwa 1500 DM.













