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Bürocomputer - PC-20

Der perfekte Clone

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Die Commodore PC-10/20 Familie ähnelt äußerlich durch ihre beiden übereinanderliegenden Slim-Line Floppydisk-Laufwerke eher dem IBM AT als ihrem Vorbild, dem IBM PC. Der PC-10 präsentiert sich im schlichten, soliden Stahlblechgehäuse mit Kunststoffblende. Das erinnert ein wenig an den legendären PET damals am Anfang aller Personal Computer.

Die Diskettenkapazität beträgt 360 KByte. Beim PC-20 wurde noch eine interne Festplatte eingebaut, was den einzigen Unterschied zum PC-10 darstellte.

Der mitgelieferte monochrome Monitor ist entspiegelt und flimmert nicht (leicht nachleuchtend). Er zeichnet sich durch seine damals hohe Videobandbreite und seine angenehm scharfe Schriftwiedergabe aus.

Die Hardware

Die Systemplatine besteht aus zwei Hälften: dem CPU-Board mit den Prozessoren und den Speichern sowie dem I/O-Board mit fünf IBM-Kompatiblen Slots. Auf diesem Board befindet sich, im Gegensatz zum IBM PC, bereits die Ansteuerung für eine parallele und eine serielle Schnittstelle und der Floppy-Controller für vier Laufwerke. Dadurch werden zwei wertvolle Steckplätze für andere Anwendungen frei.

Das Herz des Rechners ist, genau wie beim Vorbild, ein Intel-8088-Prozessor mit 8 Bit-Datenbus und 4,77 Mhz Taktfrequenz. Ein Steckplatz für einen 8087 Coprozessor ist ebenfalls vorbereitet.

Vier RAM-Bänke mit Parity-Bit sind auf der CPU-Platine verdrahtet. Drei davon sind mit Sockeln versehen, und in der Grundversion war eine Bank bestückt mit den modernsten damals erhältlichen 256KBit-RAMs. Verwendbar waren auch kleinere RAMs mit Zugriffszeiten von 150 oder 200nsec. Das Konfigurieren des Adresskodes erfolgt durch Jumper oder einen PLA-Baustein - so steht es im Manual. Bis 1 MByte ist die Systemplatine damit ausbaubar; 640 K werden von den derzeitigen MS-DOS Versionen unterstützt. Bei Verwendung von weniger als 640K sind RAM-Erweiterungskarten in Slots ebenfalls möglich.

Die Bootroutinen zum Hochfahren des Betriebssystems, der Power-On Selbststest, das IBM-gleiche Interrupt-Handling sowie die Ein-/Ausgaberoutinen sind in einem 8-KByte EPROM untergebracht. Ein Vierkanal-DMA-Controller Intel 8237A beschleunigt den Datentransfer zwischen RAM und Floppy beziehungsweise Harddisk. Ein Interrupt-Controller 8259A ermöglicht acht Interrupt-Ebenen mit definierten Prioritäten. Der 8253A-Timer enthält drei programmierbare Kanäle mit 16-Bit-Zählern für Uhr, DRAM-Refresh und Lautsprecher.

Zur Ansteuerung der Diskettenlaufwerke befindet sich auf der I/O-Platine ein Controller, bestehend aus einem NEC 765 und einem WD 1691. Diese Konfiguration entspricht exakt der des IBM PC. Die Ansteuerung für die serielle Schnittstelle besorgt ein 8250 Baustein.

Die Stromversorgung erfolgt aus einem an der Rückwand montierten, vollständig geschirmten Schaltnetzteilmodul, welches durch eine Aussparung an der Gehäuserückwand belüftet und ein-/ausgeschaltet wird.

Dies ist eine zwar übliche, aber verbesserungswürdige Lösung. Der Netzschalter gehört ohne Zweifel zu den Bedienelementen eines Computers, insbesondere wenn man ihn mangels Reset-Taste auch nach einem vollständigem Systemabsturz zum Neustart missbrauchen muss. Die Gründe mögen technisch einleuchtend sein, aber ein Radio hat schließlich den Netzschalter auch nicht an der Rückseite...

Die zur Grundversion gehörende, nicht grafikfähige 80x25 Zeichen-Karte unterstützt vollständig den IBM-Zeichensatz. Durch die Attribute blinken, unterstreichen, nicht darstellen, normal, invers, und doppelte Helligkeit lassen sich Textteile deutlich hervorheben. Wer zum Beispiel das Programm Sidekick nur in Farbe kennt, wird staunen, wie perfekt es in Schwarzweiß die Attribute nutzt.

Auch die IBM-Farbgrafikkarte passt in den CBM PC. Dazu gibt es jedoch von Commodore eine verbesserte Grafikkarte mit verschiedenen Betriebsarten. Neben den Betriebsarten der IBM Farbgrafikkarte erlaubt sie zusätzlich eine Auflösung von 640x352 Pixel im Schwarzweißmodus. Da die Steckkartenplätze IBM-kompatibel sind, lässt sich ein PC-10 mit einer Controller-Karte und einer Festplatte bequem zum PC 20 aufrüsten.

Die Software

Der PC 10 meldet sich mit der Versionsnummer seines BIOS und der Angabe, dass 256 KByte RAM o.k. seien. Nach der englischen Aufforderung, die DOS-Diskette einzulegen, meldet sich die DOS-Version 2.11 von Microsoft.

Schon nach dem ersten "DIR" fühlt man sich auf dem Rechner zuhause : Die Files erscheinen in der gewohnten Art und Weise mit Filename, Extension, Länge des Files (aufs Byte genau), Datum und Uhrzeit.

Eines der beigefügten Manuals beginnt mit dem Text:

"Der Commodore-PC ist ein IBM-Kompatibler Microcomputer. Kompatibilität heißt, dass alle Programme, die für eine Version des IBM-PC/XT mit monochromem Bildschirm geschrieben wurden, auf dieser Maschine benutzt werden können."

Das klingt recht vorlaut, insbesondere wenn man sich mal an die Enttäuschung mit anderen "Kompatiblen" zurückerinnert, auf denen dann doch irgendeine Standard-Software nicht lief. Der PC10 ist da eine willkommene Ausnahmen, da praktisch alles auf diesem Rechner funktioniert, was auch auf dem Original läuft.

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Der PC-10
Der PC-10

Innenansicht
Innenansicht

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blindDatenblatt blindPC-20
Erscheinungsjahr: 1985
Ca. Neupreis: ?
Prozessor: Intel 8088
Taktfrequenz: 4,77 Mhz
Arbeitsspeicher: 256 KByte, auf 640 KByte erweiterbar
ROM: 8 KByte (BIOS)
Grafikchip: MDA
Textmodi: Monochrom
- 80 x 25 Zeichen
Grafikmodi: Keine
Sprites: Keine
Soundchip: Keiner
Sound: PC-Piepser
Ein-Ausgabechip: ?
Tastatur: XT PC-Tastatur
Gehäuseform: Desktop
Laufwerke: 2x Standard 5,25" DD-Laufwerk
10 MByte Festplatte (nur bei PC-20)
Anzeige: Hercules oder CGA-Monitor
Erweiterungsmöglichkeiten: 5 PC-Steckplätze
Ein-Ausgabe: Serieller Port (RS-232)
Paralleler Port
Monitor
Tastatur

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Kontakt / Impressum - Diese Seite wurde am 28.02.2008 um 19:18 Uhr zum letzen Mal aktualisiert.